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Name: Tolkin
Alter: 2 Jahre
Geschlecht: männlich
Rasse: Kangal (Anatolischer Hütehund)
Im Tierheim seit: 15.07.2009
UPDATE 30.09.2009:
Tolkin hat es geschafft!
Er kam in total verhungertem Zustand auf
der Pflegestelle an. Sein Zustand ergab
sich daraus, dass der Unterkiefer von Geburt
an verwachsen ist (Rötgen hat nun bestätigt,
dass er keinen alten Kieferbruch hat). Daher
kann Tolkin harte Nahrung (Trockenfutter)
nicht fressen. Denn dabei beisst er sich
auf einer Seite ins Zahnfleisch und den
Kieferknochen. Dies hatte zur Folgen, dass
sich übermässiger Zahnstein und
Eitertaschen mit Abzessen im Zahnfleisch
gebildet hatten. Dadurch war es ihm unmöglich,
das Trockenfutter im Tierheim zu fressen.
Er wurde auf der Pflegestelle zunächst
mit einem Beruhigungsmittel sediert (einer
Vollnarkose hätte sein schwacher Kreislauf
nicht stand gehalten), die Eitertaschen
ausgeputzt und ein Antibiotikastrang ins
Zahnfleisch gelegt, danach grob Zahnstein
entfernt. Zur Kreislaufstabilisierung hing
er einen Tag lan an einer Infusion.
Bereits am nächsten Tag! hat er je
1kg gekochte Nudeln und Reis verputzt sowie
10 Portionen Dosenfutter. Inzwischen frisst
er normale Portionen, und versucht auch
schon, Vorrat anzulegen, indem er das restliche
Futter mit allen möglichen Gegenständen
abdeckt.
Die Zahnfleischentzündung ist abgeklungen,
die Blutuntersuchung zeigte keine Entzündungen
mehr.
Vor ein paar Tagen wurden ihm in einer zweiten
Behandlung (diesmal unter Narkose) der zentimeterdicke
Zahnstein entfernt und die Zähne mit
einem Speziallack eingepinselt, so dass
sich Zahnstein nicht so schnell wieder entwickelt.
Auch wurde er kastriert.
Vom Wesen her ist er ein toller Hund, sehr
sanftmütig, obwohl er von den Vorbesitzern
heftigst misshandelt worden sein muss. In
Stresssituationen legt er sich hin, kneift
krampfhaft die Augen zusammen und wartet
auf Schläge auf den Kopf. Er ist offensichtlich
irritiert, wenn keine kommen. Er ist glücklich
wenn er in der Nähe seines Pflegers
sein kann. Er läuft ihm auf Schritt
und Tritt nach und sucht Streicheleinheiten,
indem er vorsichtig die Pfoten auflegt.
Und die allerbeste Nachricht überhaupt:
es gibt bereits ein Angebot für einen
Endplatz für unseren Buben! Die neuen
Halter wissen genau Bescheid über das
Handicap von Tolkin,sind auch bereit, alle
6 Monate den Zahnstein entfernen zu lassen
und ihn mit Nassfutter zu ernähren.
Wir alle sind glücklich, dass diese
traurige Geschicht einen so guten Ausgang
genommen hat und sagen vielen, vielen herzlichen
Dank - auch im Namen der H+H Tierhilfe,
bei der Tolkin notfallmässig unterkommen
konnte und aufgepäppelt wird - an alle
Spender, die uns und Tolkin finanzielle
und psychische Unterstützung haben
zukommen lassen!
19.09.2009: Tolkin ist
gestern im Freilauf des Tierheims zusammengebrochen.
Daraufhin wurde von Tierheimangestellten
versucht, den Hund mit Gewalt und Fusstritten
dazu zu bringen, wieder in seinen Zwinger
zu gehen. Wir mussten sofort handeln und
haben Tolkin freigekauft. Glücklicherweise
fanden sich am gleichen Abend noch rettende
Menschen, die Tolkin eine Pflegestelle bieten.
Sie brachten Tolkin, der in einem erbarmungswürdigen
Zustand ist, sofort in eine schweizer Tierklinik.
Diagnose: totale Unterernährung und ein
gebrochener Oberkiefer! Tolkin, bitte halte
durch, wir tun jetzt alles, um Dir zu helfen!
15.09.2009:
Tolkin hat einen entzündeten Zahn und
frisst nicht mehr! Er braucht dringend Hilfe!
Allem Anschein nach ist ein entzündeter
Zahn Schuld daran, dass Tolkin nicht mehr
frisst!
Er wird im Tieheim nicht behandelt und wenn
wir nicht innerhalb weniger Tage einen Platz
für ihn finden, wird er wohl verhungern!
Er magert immer mehr ab, am Gitter schleckt
er mir Hand und Gesicht, gibt Pfötchen
und zittert am ganzen Körper.
Im Freilauf legt er sich zum Bürsten
hin und ist froh über jede Art der
Zuwendung. Tolkin ist ein sanfter, ängstlicher
Hund, der seine Pubertät noch vor sich
hat und genau jetzt Menschen braucht, die
sich ihm widmen und ihn zu einem souveränen
Hund erziehen. Er hat soviel Potential,
ist Fremden gegenüber nicht aggressiv
oder mißtrauisch, hier wartet ein
Traum-Schutzhund auf eine Chance, doch die
Zeit läuft gegen ihn.
Bitte helfen Sie Tolkin –
im Tierheim können wir medizinisch
nichts für ihn tun!
01.08.2009:
Heute war Tolkin im Freilauf neben Snoop
Dog.
Letzterer ist ein ganz kesser Bursche, der
am Maschendrahtzaun erstmal sehr selbstbewusst
das Beinchen Richtung Tolkin heben musste.
Dabei reicht er dem Kangal gerade mal bis
zur Brust - aber ein bischen Blöffen
kann ja nie schaden, hat er sich wohl gedacht.
Ich war gespannt, wie Tolkin reagieren würde.
Der reckte von diesem Anflug an Größenwahn
ziemlich gelangweilt sehr langsam die Nase
Richtung Snoop Dog. Als dieser dann nochmal
ansetzte, quer Zaun zu pinkeln, hat Tolkin
sich am Zaun seelenruhig und souverän
in Pose gestellt. Ich konnte mir ein Schmunzeln
nicht verkneifen. Ob er bei anderen Rüden
auch so locker bleibt, wollen wir noch testen.
26.07.2009:
Tolkin habe ich gestern in den Freilauf
gebracht – als einen der letzten,
den fast jeder der freiwilligen Helfer hat
Respekt vor seiner Größe und
dadurch wird er oft übersehen. Er war
ganz brav, wollte natürlich unbedingt
raus aber lies sich trotzdem gut anleinen.
Erst als er dann bei einem Zwinger mit einem
Rüden (Too Pac) vorbei kam, wurde es
kritisch für mich, ihn zu halten.
Tolkin sitzt nun mit seinen 2 Jahren im
Tierheim – das ist wirklich schade,
denn dieser Riese ist ein ganz sanfter,
lies sich bereitwillig von allen Helfern
anfassen und streicheln und Fellzotteln
auszupfen.
Kangals sind erst mit ca. 2,5 Jahren ausgewachsen,
mental ausgereift erst mit ca. 4 Jahren.
Die abrupte Wesensveränderung, die
mit etwa 1,5 Jahren eintritt, trifft viele
unerfahrene Halter völlig überraschend.
Tolkin ist leider einer von vielen Kangals,
die in Tierheimen landen, da ihre Halter
mit dieser doch recht anspruchsvollen Rasse
überfordert sind. Für Tolkin ist
jemand gefragt, der diesem Hund eine Wach-Aufgabe
gibt und damit Kopfarbeit. Ein hoch und
ausbruchsicher eingezäuntes riesiges
Grundstück und bell-tolerante Nachbarn
(v.a. nachts) sind unerlässlich ebenso
wie ausgedehnte Spaziergänge.
Kangals brauchen die Nähe zu ihren
Menschen (= die sie als Herde ansehen) und
man sollte viel Zeit für diese Rasse
mitbringen. Ein Kangal ist kein Feierabendhund!
Der Kangal ist ein eigenständig arbeitender
Hund, eine ursprüngliche Rasse aus
der Türkei, die im Laufe ihrer Entwicklung
nahezu keine menschliche Aufmerksamkeit
erfahren hat.
Daher arbeitet der Kangal selbständig,
ist wehrhaft und selbstbewusst, intelligent
und anpassungsfähig. Er ist ruhig und
ausgeglichen und beschützt ohne Aggressivität
sehr zuverlässig ihm anvertraute Menschen
und Besitztümer. Ein Kangal eignet
sich zum Bewachen, die sensible Rasse zieht
sich immer gerne wieder in sich selbst zurück
um ihrer Uraufgabe, dem Bewachen, nach zu
gehen.
“Er bildet in unsere technikorientierten
und geschichtsvergessenen Zeit ein Korrektiv.
Menschen, die ihr Leben Seite an Seite mit
einem Kangal verbringen, werden ein Stück
uralter Geschichte erleben, einen Hund von
archaischer Urkraft mit all jenen Eigenschaften,
die seine Vorfahren auszeichneten.”(Quelle:
www.kangal-dog.de)



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